
Vol. 47, No. 1, 2007
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Originalarbeit
Die Kontamination des Wassers und die Infektionsrate bei der Wassergeburt
A. Thönia, N. Zecha, L. Moroderc, F. Plonerb
aGeburtshilflich-gynäkologische Abteilung und bÄrztliche Direktion, Landeskrankenhaus Sterzing, Sterzing, und cBiologisches Labor, Bereich Mikrobiologie, Bozen, Italien
Address of Corresponding Author
Gynäkologisch-geburtshilfliche Rundschau 2007;47:33-38 (DOI: 10.1159/000098123)
Schlüsselwörter
- Wassergeburt
- Keimbesiedelung des Wassers
- Infektionsrate bei Neugeborenen
Zusammenfassung
Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, das Wasser in der Gebärwanne auf pathogene Keime zu untersuchen und die im Wasser geborenen Kinder hinsichtlich der Infektionsrate mit den auf konventionelle Art geborenen Kindern zu vergleichen. Methode: Bei 300 Wassergeburten wurde in einer prospektiven Studie die Keimbestimmung des Wassers durchgeführt. Es wurden jeweils 2 Wasserproben aus der Wanne entnommen, die erste nach Füllung mit dem Leitungswasser (A-Probe), die zweite nach erfolgter Geburt in der Wanne (B-Probe). Zusätzlich wurden durch den Pädiater die Anzeichen von Infektionen bei Neugeborenen während des stationären Aufenthaltes dokumentiert. Ergebnisse: Bei den A-Proben fanden sich in 29% Legionellen, in 22% Pseudomonas aeruginosa, in 18% Enterokokken, in 32% koliforme Keime und in 8% Escherichia coli. Nach dem Einbau eines Filtersystems wurden Legionellen nicht mehr nachgewiesen. P. aeruginosa war nur noch in 3% der Proben vertreten. Bei den B-Proben fanden wir in 81% eine erhöhte Belastung durch koliforme Keime. Eine starke Belastung mit E. coli wurde in 58% der Proben nachgewiesen. Bei 1,15% der im Wasser geborenen Kinder (14 von 1215) wurde wegen klinischen und biochemischen Verdachts auf eine beginnende Infektion ein Antibiotikum verabreicht. Dagegen waren es bei den Neugeborenen zu Lande 2,30% (19 von 817). Schlussfolgerung: Es ist offensichtlich, dass während der Pressphase Stuhl in die Gebärwanne ausgeschieden wird und das Wasser vor allem durch E. und koliforme Keime und geringfügig auch mit Staphylococcus aureus belastet wird. Durch den Einbau eines Filtersystems im Zuleitungsschlauch der Gebärwanne konnte die Kontamination des Leitungswassers mit Legionellen und Pseudomonaden deutlich reduziert werden. Kindliche Infektionen waren nach den Wassergeburten nicht häufiger zu beobachten als nach Landgeburten. Copyright © 2007 S. Karger AG, Basel
Author Contacts Primar Dr. Albin Thöni Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Landeskrankenhaus Sterzing Margarethenstrasse 29, IT-39049 Sterzing (Italien) Tel. +39 0472 774 100, Fax +39 0472 774 329 E-Mail gynaekologie.sterzing@sb-brixen.it
Article Information
Eingegangen: 6. Dezember 2005
Angenommen: 5. Mai 2006
Number of Print Pages : 6
Number of Figures : 2, Number of Tables : 2, Number of References : 22 |
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